Die hohe Arbeitslosigkeit der Jugendlichen beeinflusst deren Einfügung in die Gesellschaft

 

Experten berichten, was schon an Prävention vom Ausschluss gefährdeter Jugendlicher geleistet wurde und was noch aussteht.

Hannamari Ahonen

”Die schon in der letzten Regierungsperiode begonnene Sicherung der vom Ausschluss gefährdeten Jugendlichen wird weiter geführt mit der Prävention. Die Sicherung ist in Zusammenarbeit von Schul- und Kultur-, Sozial- und Gesundheits-, Arbeits- und Industrieministerium. Damit soll angestrebt werden die Risikojugendlichen bei der Arbeitsfindung, der Schulausbildung und auch bei der sozialen Sicherung zu unterstützen. Ein Beispiel für eine Anlaufstelle für Jugendliche in der sie Hilfe zur Bewältigung von Problemen und nahen Ereignissen bekommen, ist Ohjaamo. Dort kann man ihnen vom ersten Zeitpunkt und auch weiterhin helfen. Es gab schon viele gute Erfahrungen mit Ohjaamo. 

Der Verband hatte schon mehrere Projekte. Mit dem Projekt Vamos der Diakonie wurden speziell von dem Ausschluss aus der Gesellschaft Gefährdete und vom Ausschluss Betroffene als Ziel gesetzt. Es sieht so aus, dass die Teilnahme am Arbeitsleben ein gutes Werkzeug zur guten Lebensführung ist. Gründet der Jugendliche dann eine Familie oder lebt alleine, die Arbeit beschafft den Lebensunterhalt, so dass er eigenständig leben kann.”

 

Kari Ilmonen, Vorsitzender, Sozial- und Gesundheitsministerium

”Workshops und das Vamos– Projekt von der Diakonie sind konkrete Hilfen für abgerutschte Jugendliche. Es wird schon viel gemacht, aber mit geringem Aufwand. Es gibt so viele Hilfsbedürftige, dass nicht allen geholfen werden kann. Für einen Teil ist die Unterstützung nur eine zeitweise Hilfe. Früh sollten Jugendliche gefunden werden, mit denen lange zusammen gearbeitet werden kann. Aseman Lapset rys Hauptzielgruppe sind 13- 17- Jährige und ihre Familien. Die Jüngeren bekommen wir noch besser ins sichere Gewässer, als volljährige junge Erwachsene. Ihre Unterstützung sollte optimiert werden. Wir arbeiten darauf hin, dass jeder Jugendliche einen Erwachsenen hat an den er sich wenden kann in Problemsituationen.

Der Schlüsselfaktor ist, dass der Jugendliche seinen Platz in der Gesellschaft findet. Die hohe Arbeitslosigkeit wirkt darauf ein. Sollte die Regierung mehr investieren? Die ältere Generation richtet in ihrer typischen nostalgischen Art über die Jugendzeit der Jugendlichen von heute und vergleicht sie dabei mit ihrer eigenen Jugend. Die Zeit ist jetzt eine ganz andere. Die heutigen Jugendlichen leben in der Zeit der Zeitarbeit und des wirtschaftlichen Quartalsdenkens mit dem nur immer mehr und mehr gefordert wird. Für so eine Welt sind nicht alle geschaffen.”

Christian Wentzel, Geschäftsführer, Aseman Lapset

”Der Ausschluss aus der Gesellschaft ist ein mehrdimensionales Phänömen, in dem auch vielseitige generationsübergreifende Benachteiligung in der Ausbildung, Gesundheitsversorgung und in der Lebensunterhaltung eine Rolle spielen. Die Regierung hat eine Veränderungsprogramm der Kinder- und Familienhilfe angefangen, deren Ziel es ist die Dienste zu bündeln und sie unauffällig in den Alltag der Familien einzubauen. Das ist gut, weil die Organisationen schon lange gesagt haben, dass die Programme zu sehr aufgeteilt sind. Es kann kein Gesamtbild des Betroffenen erstellt werden und auch die Hilfen kommt nicht am richtigen Ort an. Bei unserem MLL Kinder- und Jugentelefon haben Jugendliche erzählt, dass sie auf die Hilfe die sie bekommen haben nicht einwirken konnten. Es war zu wenig Zeit und zu viele Hilfsbedürftige. Die Jugendlichen wollen nicht mit ihren eigenen Problemen belasten. Die Probleme bleiben verdeckt, vergrössern sich und werden komplizierter. Die Jugendlichen sollten einen vertrauten Mitarbeiter haben, der die richtigen Hilfen in der Situation zuteilt. Nicht so, dass die Jugendlichen von Ort zu Ort rennen und ihre Geschichte jedes mal auf das neue erzählen müssen. Der vertraute Mitarbeiter könnte zum Beispiel von der Schüler- oder Studentenhilfe kommen. Sie kennen die einzelnen Jugendlichen und noch dazu das Umfeld, in dem die Jugendlichen leben. So bliebe keiner auf der Strecke.”

Milla Kalliomaa, Generalsekretärin, Mannerheimin lastensuojeluliitto (Kinderschutzorganisation)

 

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