Juha Sipilä bestreitet alle Einflussversuche

Der Nachrichtenverwalter der Regierung Markku Mantila (Linke) ruft Journalisten auf bei der Presseveranstaltung von Ministerpresident Juha Sipilä am Mittwoch im Parlament. Bild: Markku Ojala/ Com.pic.

Der Nachrichtenverwalter der Regierung Markku Mantila (Linke) ruft Journalisten auf bei der Presseveranstaltung von Ministerpresident Juha Sipilä am Mittwoch im Parlament. Bild: Markku Ojala/ Com.pic.

  • Er sagt, dass er eingegriffen hat, weil er keine Möglichkeit bekommen hat Yles Nachricht über Katera Steel zu kommentieren.
  • Das Vertrauen des Ministerpresidenten in Yle ist nach einem Gespräch wieder -ok-.

Kirsi Turkki, Helsinki

Es ist zu bezweifeln, dass Juha Sipilä (Keskus– Partei) mit seiner Einmischung in die Berichterstattung von Yleradio über die Firma Katera Steel seiner Verwandten einen solchen Sturm im Parlament auslösen wollte. Sipilä war darauf bedacht eine Pressekonferenz am Mittwochnachmittag zu bekommen und zu versichern, dass er zu keinem Zeitpunkt die Absicht hatte die Medien einzuschränken oder das was Yle vorträgt oder was nicht. Zweifel an Sipiläs Einflussnahme in das Yleradio brachte Suomen Kuvalehti hervor.

In den Nachrichten von Yle wurde am Freitag berichtet, dass Katera Steel eine Bestellung von der Bergbaufirma Terrafame erhielt. Katera Steel ist im Besitz von Sipiläs Verwandten. Die Vertragsvereinbarung brachte die Kansan Uutiset vor Yle ans Licht. Sipilä sagt, dass er eingreifen wollte, weil er von Yle nicht die Möglichkeit bekommen hat sich zu äussern. Die Bitte wurde als E- Mail eine halbe Stunde vor der Veröffentlichung des Berichts von Sipiläs Computer versand. – Ich habe eine kräftige Kritik an den Mitarbeiter gesendet.- Sipilä schrieb in der E- Mail Beispiele dafür, wie sich eine Unterhaltung verändert, wenn keine Möglichkeit zu einem Gegenkommentar gegeben wird. – Ich habe niemandem den Mund verboten. Es gehört zur freien Meinungsäusserung dazu, dass die Möglichkeit zur Kritik gegeben wird, wenn man anderer Meinung ist.-

Sipilä hat seine emotionale Reaktion damit erklärt, dass seine Familie schon schwere Zeiten erlebt hat. Der jüngste Sohn der Sipiläs verstarb 2015.

– Ich gebe zu, dass es ein sensibles Milieu ist, wenn meine Stellung meine Familie beeinflusst. Sicherlich waren auch auf meinem Blog zu viele Gefühle im Spiel, was daher rührt, dass die Familie mit einbezogen wurde, das geht unter die Haut.-

Sipilä schrieb letzten Freitag einen Artikel auf seinem Blog, in dem er sagte es zu ertragen, wenn er von den Medien angegriffen wird, aber er es nicht gut heisst, dass seine Kinder und Verwandten an seiner Stelle in den Schmutz gezogen werden. Sipilä erklärte in der E- Mail einem Mitarbeiter und dem Chef von Yle, dass sein Vertrauen in Yle bei Null liegt. Bei einem Gespräch entschuldigte sich Sipilä beim Yle- Chef Atte Jääskeläinen für den Kommentar.

– Mein Vertrauen in Yle ist ok. Der Kritikpunkt war der, dass ich keinen eigenen Kommentar zum richtigen Zeitpunkt abgeben konnte.-

Die Abgeordneten von der Keskus– Partei reagierten auf von Sipilä an Yle versendeten Nachricht sehr gelassen. Die Sache kann bei der nächsten Wochenversammlung  der Angeordneten am Donnerstag besprochen werden. Aus den anderen Regierungsparteien kam keine Bewertung. Der Finanzminister (Kokomus– Partei)  Petteri Orpo erklärte, dass es seiner Meinung nach keinen Grund gebe, die Unabhängigkeit Yles anzuzweifeln. – Es ist richtig, dass ein Politiker Kommentare abgeben kann und die Medien in der Lage sein müssen diese entgegen zu nehmen,- sagte Orpo. Die Vorsitzenden der Oppositionsparteien Antti Rinne (SPD) und Ville Niinistö (Grüne) erwarten von Sipilä, dass er den E- Mailverkehr veröffentlicht. Sipilä sagte, dass er es sich überlegt die E- Mail zu veröffentlichen wie es auch Yleradio gemacht hat. Yle hat sich entschieden den E- Mailverkehr auf ihrer Internetseite am Mittwochabend zu veröffentlichen.

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