Werden aus Lehrern Internetpolizisten?

  • Die Neuntklässlerinnen der Schule in Kauriala Sini Seppänen und Pinja Laine erzählen, dass das Mobbing im Internet meist schlimmer ist als bei persönlichem Kontakt, weil die Leute alles direkt sagen unter dem Schutz des Benutzernamens. Bild: Terho Aalto

    Die Neuntklässlerinnen der Schule in Kauriala Sini Seppänen und Pinja Laine erzählen, dass das Mobbing im Internet meist schlimmer ist als bei persönlichem Kontakt, weil die Leute alles direkt sagen unter dem Schutz des Benutzernamens. Bild: Terho Aalto

    Die Schuldirektoren in Kanta- Häme wünschen sich eine Aufklärung der Rolle der Lehrer beim Internetmobbing

Laura Myllykoski, Hämeenlinna/ Hattula

Die Lehr- und Kulturministerin Sanni Grahn- Laasonen (Kokomus) schlug gestern vor, dass das Mobbing im Internet in den Schulregeln verboten wird. Dann könnten bei einem Verstoss auch Disziplinarmassnahmen, wie das Nachsitzen folgen. Grahn- Laasonen hat eine Arbeitsgruppe benannt, die neue Fälle des Mobbings in den Schulen aufklären soll.

In den Schulen in Kanta- Häme wird es als selbstverständlich erachtet, dass es eine Nulltoleranz für Mobbing gibt. Das beinhaltet auch das Internetmobbing. Die Gemeinheiten im Internet sind jedoch schwer zu verfolgen. – Es ist sehr naiv zu denken, dass so ein komplexes Problem nur mit Schulregeln zu lösen ist- sagt der Direktor der Gesamtschule in Hauho Pekka Paappanen.

– Das Nachweisen von Internetmobbing ist schwierig, weil wir die Inhalte der Handys der Schüler nicht in die Hände bekommen- findet der Direktor der Schule in Kauriala Pekka Saros. Der Vorschlag wird willkommen geheissen, jedoch wird an der Umsetzung gezweifelt.

– Die Arbeit der Lehrer ist jetzt schon psychisch belastend. Sie können nicht noch die ganze Nacht die Sozialen Medien durchforsten- sagt der Direktor der Gesamtschule in Hämeenlinna Arto Nykänen.

Mika Saarinen, der Direktor der Gesamtschule in Parola glaubt, dass Internetmobbing in allen Schulen vorkommt. Das Problem liegt zum Grossteil in der Mittelstufe, aber auch Grundschüler betreiben es schon.

– Ich würde sagen, dass alle Schüler, die ein Smartphone haben das zu Gutem, wie auch zu Schlechtem verwenden können.- In Parolas Gesamtschule wurde entschieden bei der Lehrerkonferenz im Dezember eine Regel zum Verbot von Internetmobbing in die Schulregeln aufzunehmen. Der konkrete Erfolg wird später zu sehen sein, sagte Saarinen. -Zumindestens wird die Sache wieder hervorgehoben durch die Aufnahme in die Schulregeln und es werden die Schüler und ihre Erziehungsberechtigten darüber informiert.-

Weil die Möglichkeiten der Schulen beim Aufspüren und Klären von Internetmobbing sehr begrenzt sind, wünschen sich die Direktoren von den Eltern mehr Aufmerksamkeit. – Jugendliche können völlig falsche Vorstellungen davon haben, was man im Internet verbreiten darf. Es wäre gut, wenn zu Hause über die Internetnutzung geredet würde- sagt Mika Saarinen. Der gleichen Meinung ist die Vorsitzende des Elternrats der Gesamtschule in Hauho Mari Heikkilä. Sie erzählt von der Informationsveranstaltung über Soziale Medien für Eltern letzten Herbst.

– Die Sozialen Medien sollten den Eltern, wie auch den Kindern erklärt werden. Wenn die Eltern noch nicht mal wissen welche Sozialen Medien ihre Kinder benutzen, dann ist es wie gegen ein Windrad anzuarbeiten.-

 

Alle Kanäle gegen Mobbing

Laura Myllykoski, Janakkala

Die Kommune in Janakkala hat im November Stop Mobbing– Informationstafeln an alle Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten verteilt. Die Ausbildungsleiterin Jaana Koski sagt, dass mit dem Schild die Bedeutung jedes Einzelnen in der Vorbeugung und Vermeidung von Mobbing hervorgehoben werden soll. – Die Kernbotschaft ist, dass ein gesundes Miteinander nur zusammen aufgebaut werden kann.- Zusammen mit den Schulpsychologen und – kuratoren in Janakkala wurde die Informationstafel entworfen. In dem für die Schulen entworfenen Plakat wird beschrieben, was die unterschiedlichen Mitglieder der Schulgesellschaft, wie Schüler und Lehrer machen sollten, damit es kein Mobbing mehr gibt. Die Informationstafel wird in Janakkala gut angenommen und es wurden schon mehr für die Schulen bestellt. Auch an den Gymnasien in Janakkala wird das Thema nicht übersehen, aber die Schüler gestalten dort ihre eigene Kampagne gegen das Mobbing.

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