Unterschriften für Euthanasie sammeln sich schnell

Merja Könönen (Helsinki)

Die für eine Volksabstimmung nötigen 50 000 Stimmen werden diese Woche überstiegen.

– Bei der Euthanasie steht nicht das Beenden eines Lebens, sondern das Beenden des Leidens im Vordergrund.- So beschreibt Ex- Parlamentarier Esko Seppänen die Kriterien für die zur Volksabstimmung stehende Legalisierung der Euthanasie.

Fünf frühere Parlamentarier haben begonnen Stimmen für die Volksabstimmung zu sammeln, die die Legalisierung der Euthanasie in Finnland zum Ziel hat. Auf der Internetseite für Volksabstimmungen hatte die Initiative schon am Dienstagnachmittag über 9000 Unterstützer gesammelt.

Das Unterschriftensammeln wurde beschleunigt, indem eine Liste mit bekannten Unterstützern der Initiative veröffentlicht wurde. Sie repräsentieren verschiedene Lebenslagen, von dem Vorstandsvorsitzenden von Kone Antti Herlin bis hin zu Jukka Hildén von den Duudsonit und von dem Regisseur Antti Jokinen bis hin zu Ex- Suomen Bank Chef Sirkka Hämäläinen.

Es wurde schon einmal versucht die Euthanasie zur Volksabstimmung zu bringen, aber es es fehlte an Unterstützern. Der Ex- Parlamentarier Henrik Lax schätzt, dass es jetzt eine realistische Chance gibt: die Athmosphäre hat sich geändert und eine Volksabstimmung ist der richtige Weg die Sache voran zu bringen. – Die Parlamentarier behandeln soche empfindlichen und schweren Fragen nicht freiwillig.- sagte er am Dienstag auf einer Informationsveranstaltung in Helsinki.

Für den Anfang sind 50 000 Unterschriften zu sammeln, damit es weiter ins Parlament kommt. Ex- Parlamentarier Osmo Soininvaara glaubt, dass diese Grenze schon diese Woche übertroffen wird.

Die Ex- Parlamentarier vertrauen darauf, dass das Projekt durch das Parlament kommen kann, auch wenn eine der Regierungsparteien dagegen wäre. In diesem Fall kann so wie bei dem Gesetz zur geschlechtsneutralen Ehe gehandelt werden, das durch eine Volkabstimmung vorgeschlagen wurde: auch wenn der Rechtsausschuss gegen das Gesetz der Erweiterung der Ehe für schwule und lesbische Paare war, wurde es bis zur Plenarsitzung gebracht, in der die Mehrzahl für die Gleichstellung der Ehe war.

– Das Vetorecht einer Regierungspartei kann die Initiative dann nicht mehr stürzen.- sagte Soininvaara.

Von zwei Parteien im Parlament ist sicher, welche Position sie vertreten: die Grünen unterstützen und die Christdemokraten sind gegen die Euthanasie. Regierungssprecher Timo Soini der Perussuomalaiset sprach sich heftig gegen die Euthanasie aus. Die Jugendgruppen aller im Parlament vertretenen Parteien, ausser der Christdemokraten und der Perussuomalaiset, unterstützen die Initiative.

Eine neue Studie besagt, dass 85% der Bevölkerung und 75% der Krankenpfleger die Euthanasie als Teil des finnischen Gesundheitswesens akzeptieren würden. Die Befragung wurde über die sozialen Medien und in der Krankenpflegergewerkschaft durchgeführt. Die finnische Ärztegewerkschaft lehnt die Euthanasie ab.

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