Die Amerikaner halten uns auf Spannung

Hanna Antila- Andersson

Als Ronald Reagan die Wahlen Ende 1980 in den USA gewann, fing meine Freundin an Gebackenes einzufrieren für den Fall eines Atomkrieges.

Es kam kein Atomkrieg und der Gefrierschrank hätte kaum standgehalten, wenn er gekommen wäre.

Trotzdem wacht man mit dem gleichen Gefühl morgen frueh auf. Traut man sich ins Internet zu gehen, den Fernseher oder das Radio einzuschalten?

Das Wahlverfahren der USA ist so komplex, dass der Sieger schwer vorrauszusagen ist, auch wenn es zur Zeit so aussieht als hätte Hillary Clinton Donald Trump am Kragen gepackt.

Im Wahlkampf mussten die Demokraten wie auch die Republikaner den Schwarzen Peter einstecken. Weniger beschmutzte Kandidaten waren reichlich im Angebot.

Den anderen Kandidaten der Republikaner fehlte jedoch an Charisma. Jeb Bush und die Tea- Party Anhänger wirken an Trumps Seite wie hilflose Nerds.

Die Demokraten hatten noch Bernie Sanders. Wie reizend wäre es gewesen, wenn ein die skandinavische Wohlstandsgesellschaft idealisierender Sozialist zum Präsidenten der USA aufgestiegen wäre. Das gibt die Hoffnung, dass die Jungen gerade Sanders unterstützten. Der schon 75- jährige Menschenrechtler wird die nächste Runde kaum noch dabei sein, aber vielleicht einer seiner Gefährten.

Falls Clinton gewählt wird, wird ein Bann gebrochen. Sie wäre die erste Frau im Präsidentenamt in der USA.

Von Frauen wird erwartet Weichheit und Menschlichkeit in die Politik zu bringen. Hillary Clinton ist kein Weichei.

Auch wenn er viele soziale Neuerungen in seinem Land einführen möchte, in der Aussenpolitik gehört er zu den Keiffern. Er schreckt nicht vor Gewalt zurück, wenn es der USA nuetzt.

Die tief in Washingtoners politischer Suppe marinierte Clinton meistert das politische Spiel. Schwer zu sagen, ob das gut oder schlecht ist.

Trump auf der anderen Seite- er kann mit niemandem verglichen werden, nicht mal mit Reagan, der vor seiner Präsidentschaft politische Erfahrung hatte.

Die beste Möglichkeit einen Populisten zu zähmen, ist ihn in das Parlament zu bringen. So geschehen in Finnland mit den Perussuomalaiset. Es ist trotzdem kein Platz in der Welt das Risiko zu tragen, dass Trump frustriert handelt, denn der Präsident der USA ist kein Despot. Er hat immerhin auch die Knöpfe zum Schiessbefehl.

Trumps Unterstuetzer sind gegen das gesamte politische System. Die einzige Auswahlmöglichkeit scheint eine Schreiwahl.

Es entscheidet der, der am lautesten schreit.

Das ist sehr beängstigend.

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